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Apnoe

- schwerelos und frei unter Wasser -

 

Apnoe, oder Freitauchen, ist die usprünglichste Form des Tauchens überhaupt. Ohne weitere technische Hilfsmittel, nur mit dem in unserer Lunge vorhanden Luftvorrat, geht es nach unten.

Sicher hast Du uns schon beim Training gesehen, eventuell Dich gefragt, wie können die solange unten bleiben? Was ist das Geheimnis? Nun, es gibt kein Geheimnis. Die Leistung ist natürlich auch eine körperliche. In erster Linie ist Freitauchen aber eine Sache des Kopfes, des Eins-Seins mit dem Wasser, des Vertrauens in die eigene Leistungsfähigkeit und damit letztlich auch der Kenntnis seiner eigenen (Leistungs-)Grenzen. Somit geht dem Training schon eine eher meditative Komponente einher. Nur in der Ruhe, und damit mit niedrigem Puls, können Apnoe-Übungen sinnvoll durchgeführt werden. Es gilt, wie in den fernöstlichen Kampfsportarten: der Weg ist das Ziel. Die Grenze setzt Du selber. Mit regelmäßigem Training kannst Du die Grenze immer weiter hinausschieben.

Im Schwimmbad trainieren wir hauptsächlich:

 

  1. Unseren Körper an die bald zu Ende gehende Luft anzupassen, zu gewöhnen. Das bedeutet, besser mit dem Abfallprodukt unseres Stoffwechsels, dem CO2, umzugehen. CO2 ist der hauptsächliche Atemreizauslöser. Wenn wir mit dem Atemreiz umgehen können, können wir die Zeit, bis wir das nächste Mal atmen müssen, hinausschieben. Somit verlängern wir die Zeit unter Wasser.
  2. Techniken zum Abtauchen, kraftärmeren Schwimmen unter Wasser, bessere Körperhaltung, schnellere Wende am Beckenende. Diese Techniken helfen uns dann beim Strecken- und Tieftauchen, ein paar Meter mehr zu erreichen.
  3. Tieftauchen - nein, das geht nicht. Bei 3,5 m ist einfach Schluß. Zwar können wir Tieftauchen gewissermaßen simulieren, indem wir mit leerer Lunge auf den Beckengrund abtauchen. Das ähnelt der Drucksituation in einer größeren Tiefe. Die mentale Seite des Tieftauchens geht aber nur beim richtigen Tieftauchen.

In den Sommermonaten gehen wir immer wieder an Seen, um Tieftauchen zu trainieren. Dazu benutzen wir die gelbe Rollboje aus dem Geräteraum, die genau diesem Zweck dient. Damit können wir, mit dem Bojenseil als Führung, nach unten tauchen.
Da je nach See und Jahreszeit die Sichtweite unter Wasser erheblich schwanken kann, passiert es beim Training immer wieder, daß wir uns in 10 m Tiefe im rabenschwarzen Wasser befinden. Das ist mit die größte Herausforderung für den Kopf. Es geht aber auch ganz anders. Bei Erlebnistauchgängen lassen sich Fische mitunter besser, da absolut geräuschfrei, beobachten. Ganz abgesehen davon, wenn wir in der Tiefe Gerätetauchern begegnen.

 

Zusätzlich gibt es immer wieder die Gelegenheit, einen abendlichen Apnoe-Tauchgang zu unternehmen. Die bevorzugte Jahreszeit ist Sommer und Spätsommer. Anzug ist Pflicht, wegen der Wassertemperatur. Eine kleine Lampe ist vorteilhaft.

 

Wir, das sind eine Handvoll begeisteter Apnoe-Taucher. Ab und an kommen immer wieder mal Gelegenheits- und Ausprobierer dazu. Dann geht die Schere der Leistungsgrenzen sehr weit auseinander. Deswegen sage ich immer: laßt Euch nicht entmutigen, richtet Euch nicht nach den anderen, Ihr setzt Eure eigenen Grenzen. Zwei Kommentare von solchen Mit-Trainierern waren: "Das hätte ich nie gedacht, daß ich das schaffe!", "Heute habe ich mich um 100% verbessert.".

 

Wenn Ihr also mittrainieren wollt, wenn Ihr ein Apnoe-Brevet machen wollt (auch hier gibt es *, ** und ***), wenn Ihr im See tieftauchen wollt, wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt - sprecht mich an und trainiert mit. Einige Übungen kennt Ihr bereits, die lasse ich auf dem Bahnentraining immer einfließen.

 

Bernd

(Kontaktdaten von Bernd)

 

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